Dienstag, 10. Februar 2026

Bioprodukte boomen – aber die EU bremst

In der österreichischen Biobauernszene ist man derzeit guter Dinge. Die Nachfrage nach Eiern, Rind- und Schweinefleisch aus biologischer Erzeugung ist hoch, vor allem in Deutschland erfreuen sich Produkte österreichischer Herkunft großer Beliebtheit. Der Markt habe dort binnen zwei Jahren um 15 Prozent zugelegt, heißt es von Vertreterinnen der Biolandwirtschaft.

Auch in Österreich zeige der Trend bei Bio wieder nach oben, im ersten Halbjahr 2025 sei der Absatz von biologischen Lebensmitteln um fünf Prozent gestiegen, das dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte fortgesetzt haben. Die österreichischen Landwirte haben dabei auch davon profitiert, dass die Zahl der biologisch ausgerichteten Betriebe in Deutschland zurückging.

Bäuerliche Betriebe, die gern von der starken Nachfrage profitieren würden, werden beim Umstieg auf biologische Produktion allerdings von der EU-Bürokratie ausgebremst. Denn bis zum Beginn der nächsten Periode in der EU-Agrarpolitik in zwei Jahren gelte ein Einstiegsstopp, sagt Barbara Riegler, Obfrau von Bio Austria. Wer jetzt in Bio einsteigen wolle, bekomme keine Förderungen und müsse alle zusätzlichen Kontrollen und Auflagen ohne Ausgleichszahlungen tragen.

Zudem sei unsicher, ob die EU-Agrarreform tatsächlich 2028 in Kraft trete oder verschoben werde. Damit könnten die Landwirte womöglich noch länger nicht auf die wachsende Nachfrage reagieren. In der Bioszene hofft man jetzt, dass Österreichs Landwirtschaftsminister sich für ihre Anliegen einsetzt. Unterstützung kommt auch vom Lebensmittelhandel, der sich mehr Ware wünschen würde, um das Potenzial bei Bioprodukten ausschöpfen zu können. Seite 13

Salzburger Nachrichten - Seite 1, 10. Februar 2026 

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