Donnerstag, 9. Juli 2026

Österreich braucht mehr "Woodstock der Blasmusik"

Die Ferienzeit hat begonnen. Mit dieser Woche in Wien, in Niederösterreich und im Burgenland. Nächste Woche folgen die anderen Bundesländer. In dieser Zeit ist Österreich anders. So wie man es sich wünschen würde. Man ist lockerer und offener. Man fährt aufs Land zur Oma und zum Opa. Man fährt in die Berge oder an einen See. Man macht Ausflüge in die Umgebung. Um sich zu erholen, um aus dem Alltag auszubrechen. Um die Natur zu genießen, die Schönheiten des Landes und auch die Gastfreundschaft und die Gastronomie. Einfach, weil es halt guttut und weil es schön ist. Man erfreut sich am Land, daran, dass wir es gut und schön und sauber haben und man erfreut sich auch daran, dass sich jemand darum annimmt, dass es so ist. Es fühlt sich auch oft an, als wären diese Wochen Wochen der Versöhnung zwischen Stadt und Land, zwischen den oft hochnäsigen und eingebildeten Städtern und dem Landvolk außerhalb der Ballungsgebiete, dem man gerne eine gewisse Rückständigkeit nachsagt, die sich aber um nichts weniger hochnäsig verhalten können gegenüber den "Stadterern". Nicht zu Unrecht ist da oft von Kluft die Rede und von Gräben.

Diese, nennen wir es friedvolle Stimmung dieser Wochen zeigt sich exemplarisch, einem Konzentrat Österreichs und seiner Möglichkeiten gleich, Jahr für Jahr zu Ferienbeginn in einem Festival im Innviertel. An keinem Platz, er nennt sich übrigens Ort im Innkreis, zeigt Österreich an einem Wochenende, was es kann und was in dem Land steckt und wozu es fähig ist.

Da, auf der einen Seite, beim "Woodstock der Blasmusik", das Jahr für Jahr weit mehr als 100.000 Menchen anzieht, um gemeinsam ihrer Leidenschaft, der Blasmusik, nachzugehen. Und dort, auf der anderen Seite und ebenfalls in Ort im Innkreis, die Fertigungshallen der FACC, die Flugzeugkomponenten für Hersteller in aller Welt erzeugt -von Airbus über Boeing bis zu Embraer. Das moderne Österreich. International orientiert, aufgeschlossen, auch in der Hochtechnologie daheim und erfolgreich.

Es ist nicht nur das. Man mag einen anderen Musikgeschmack haben und auch Lederhose und Tracht mag nicht die Kleidung sein, die man präferiert, es geht um etwas anderes. Es geht darum, Lebensfreude zu leben und zu erleben und sich über alle sozialen und gesellschaftlichen Grenzen hinweg zu verstehen. Da verbringen die Leute mit Begeisterung Tage voller Freude miteinander. Gleich ob vom Dorf oder aus der Stadt, gleich ob vom Bauernhof oder vom Penthouse in der Stadt. Höhepunkt des Festivals ist das sogenannte "Gesamtspiel", bei dem rund 20.000 der Gäste mit ihren mitgebrachten Instrumenten gemeinsam Musikstücke spielen. Sogar Ö3 sendet inzwischen von dort.

Da ist alles, was Österreich so oft fehlt und was wir so dringend bräuchten. Alles arbeitet in eine Richtung, alle unterstützen einen Weg, alle halten zusammen und geben ihr Bestes. Keine Gräben, keine sozialen Unterschiede, stattdessen gegenseitige Wertschätzung. Keine Spur vom Missmut, der Österreich so zu schaffen macht und von der ewigen Jammerei.

Doch die Stimmung, die man beim "Woodstock der Blasmusik" erleben konnte und die wir in den kommenden Wochen oft allerorten im Land erleben, hat, man weiß es, kurze Beine. Das Raunzen und die Unzufriedenheit werden sich schnell wieder breitmachen und der Missmut auch. Von der Stimmung in diesen Wochen bleibt wohl kaum etwas. Und auch nichts von der kurz aufgeflammten Solidarität zwischen Stadt und Land auch. Man weiß es.

Die Stimmung bleibt wohl weiterhin alles andere als gut und das Gefälle zwischen Stadt und Land, zwischen Stadtbewohnern und Landbevölkerung, groß. Auch, weil die in der Stadt immer noch viel zu oft auf die am Land herabschauen. Geringschätzung ist gängig. Oft glaubt man alles besser zu wissen und hat keine Scheu, das auch zu sagen. Man fordert vom Land, woran man in der Stadt nicht einmal denkt, das zu tun. Umgekehrt ist es freilich kaum anders. Auch dort hat man oft wenig Verständnis für die in der Stadt, ihre Welt und ihre Bedürfnisse.

Dem Land tut das nicht gut. Es bremst allerorten, weil man sich schwer tut zusammenzufinden. Man sollte mehr darüber reden. Die Ferienzeit und das "Woodstock der Blasmusik" zeigen, was möglich wäre in diesem Land.

Meine Meinung - Raiffeisenzeitung, 9. Juli 2026

Donnerstag, 2. Juli 2026

Wo findet man den Wählerwillen?

Sie tun es wieder. Politiker gehen auf Sommertour. "Österreich im Gespräch mit Bundeskanzler Stocker", heißt es da. Oder "Ordnen statt spalten" bei seinem Vize Andreas Babler. Freiheitliche Politiker wie Oberösterreichs Manfred Haimbuchner gehen auf -was sonst? -"Heimattour", Grüne ziehen durch die Wirtshäuser. Andere halten sich noch bedeckt. Irgendwann in den frühen 2000er Jahren verfiel man auf die Idee, den Sommer über in Veranstaltungen Wählernähe zu zeigen und, so zumindest die offiziellen Erklärungen, den Wählerwillen respektive den Willen der Wählerinnen zu erkunden. Unwidersprochen, aber auch nicht wirklich bewiesen ist, dass Hansi Hinterseer den Anstoß dazu gab. 2001 lud er zur ersten seiner Fan-Wanderungen, die tausende Mit-Wanderer anlockten.

So etwas war natürlich auch für die Politik verlockend. Die Landeshauptleute taten es, der damalige Kanzler Wolfgang Schüssel und auch Jahre später sogar Sebastian Kurz. Die Massen kamen nicht wie beim skifahrenden Barden aus Kitzbühel, die Bergwanderungen brachten aber ab und an zumindest doch veritablen Erfolg. Vor allem bescherten sie uns unvergessliche Bilder wie den schwitzenden damaligen Kanzler Gusenbauer in zu engem Wandershirt und Radlerhosen.

Was da Jahr für Jahr dem Wahlvolk als ernsthaftes Bemühen daherkommt, ernst genommen zu werden, zeigt, wie das meiste andere, das jahraus jahrein probiert wird, meist doch nur eines - die Hilflosigkeit die Wählerinnen und Wähler zu erreichen und zu erkunden, was sie wirklich wollen.

Es gehe darum, "Menschen abseits von Mitgliedschaften und Parteipolitik zu treffen", ist aus der Umgebung von Bundeskanzler Stocker zu vernehmen. Was die Menschen beschäftige, erfahre man nicht in Sitzungen und schon gar nicht in Umfragen, sondern nur im direkten Gespräch. Darum lade man ganz gezielt und mithilfe eines Meinungsforschers Gäste zu Veranstaltungen in ganz Österreich ein, bei denen dem Kanzler Vera Russwurm und Arabella Kiesbauer als Moderatorinnen zur Seite stehen, weil die ursprünglich für diese Rolle vorgesehene Christa Kummer krankheitsbedingt ausfällt. Ein Schelm, wer Böses denkt, dass heuer ganz offiziell das Kanzleramt zu diesen Events lädt und nicht Stockers Volkspartei, in deren Kassen bekanntermaßen Ebbe herrscht. Aber sei`s drum. "Gute Politik" entstehe nicht hinter verschlossenen Türen, sondern "im Kontakt mit den Menschen", meint man auch in Bablers Lager und anderswo wohl auch.

Man mag es glauben oder auch nicht. Schwierig ist es auf jeden Fall zu erfahren und zu erspüren, was Wählerinnen und Wähler wirklich wollen und wünschen und woran sie ihr Stimmverhalten ausrichten. Parteiveranstaltungen sind dazu wohl eher wenig geeignet. Sie stärken allenfalls das Wir-Gefühl. Stockers heuriges Sommerkonzept mag plausibel klingen, ob es erfolgreicher und zielführend ist, darf bezweifelt werden, finden diese Treffen doch in einem Setting statt, das eher Laborbedingungen als dem wirklichen Leben entspricht. Die Frage bleibt, wie kommen Politikerinnen und Politiker, zumal Spitzenpolitiker wie Kanzler oder Minister, die sich jahraus jahrein unter ihresgleichen, abgeschottet in Fanzirkeln und umgeben von Ja-Sagern bewegen, zu einem Gefühl dafür, was die Menschen bewegt? Zeit haben sie kaum, bei Veranstaltungen sind sie auch meist wieder von Funktionären umgeben. Sprechtage und Sprechstunden sind in Verruf geraten. Und was früher oft funktioniert hat, können sie sich heute nicht mehr leisten -lange sitzen zu bleiben und vielleicht das eine oder andere Achterl oder Seiterl zu trinken.

Dabei ist das eine durchaus sehr wichtige Frage. Sie zu beantworten wird nicht leichter in dem politisch aufgeheizten Klima, in dem wir seit Jahren leben, in dem es nur eine Welt zwischen "Deppen" und unbeirrbaren "Fanboys und -girls" gibt, aber offenbar nichts dazwischen.

Doch dieses "Dazwischen" gibt es. Es ist wohl das, was die politische Mitte zu nennen ist, die schweigende Mehrheit. Die Leute, die man nicht hört, die gelassen sind und nicht daueraufgeregt, die in Ruhe ihre Schlüsse ziehen und sich das Ihre Denken. Die von der Politik angewidert sind und nicht -mehr -interessiert daran. Die kaum je sagen, was sie bewegt. Und die sich nicht verwenden lassen wollen für irgendetwas.

Sie sind die größte Gruppe, die wichtigste auch und wohl auch die schwierigste. Und die, um die sich auch heuer im Sommer offenbar niemand kümmert.

So wie das ganze Jahr über.

 Meine Meinung - Raiffeisenzeitung, 2. Juli 2026

Donnerstag, 25. Juni 2026

Neues vom ewigen Monster

Kommende Woche ist der 1. Juli. Dieser Tag bringt uns eine besonders schillernde Blüte der heimischen Bürokratie. Der Tag beschert uns die politisch zweifelhafte und von vielen bezweifelte Wohltat der Senkung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Lebensmittel, den Betroffenen nur mehr etwas, was sie "Bürokratiewahnsinn" nennen, und dem einen oder anderen Begünstigten vielleicht auch Ärger, Rätsel, aber zumindest Kopfschütteln. Kaufen Sie ab 1. Juli beim Bäcker eine Semmel, beträgt dafür die Mehrwertsteuer nur mehr 4,9 statt 10 Prozent. Kaufen Sie vielleicht noch Butter, dann beträgt die Mehrwertsteuer auch nur mehr 4,9 statt 10 Prozent. Bestellt man allerdings zum schnellen Espresso am Stehtisch eine Buttersemmel, gilt für alles ein Mehrwertsteuersatz von 10 Prozent. Das Gleiche gilt übrigens für Käsesemmeln und für vieles andere, was so tagaus, tagein konsumiert wird.

Bei einem Handsemmerl könnte es allerdings noch um einen Tick komplizierter ausfallen ganz nach dem Motto: "Die Antwort auf Probleme mit der Überregulierung lautet in Österreich immer: noch mehr Regulierung". Denn Semmeln dürfen nicht mehr als fünf Prozent Fett enthalten, damit sie mehrwertsteuersenkungsfähig sind. Handsemmerl enthalten aber der Qualität zuliebe mitunter mehr Fett. Dann gilt für sie weiterhin der Mehrwertsteuersatz von zehn Prozent. Als "Grenzgänger" gelten auch Vollkornbrote und Spezialbrote oder Nahrungsmittel mit zu viel Zucker.

Kein Wunder, dass in den vergangenen Wochen die betroffenen Betriebe rotierten. Mussten sie doch Extraschichten einlegen, um alles korrekt einzustufen und die Kassen zu programmieren. Je kleiner die Betriebe, desto größer der Aufwand, weil sie EDV-mäßig nicht entsprechend ausgestattet sind.

Die Bürokratie ist ein ewiges Monster. Wie Spinnweben, die sich in allen Winkeln eines alten Hauses wabernd einnisten und nicht wegzubringen sind, sondern immer mehr zu werden scheinen. Die Nachrichten aus dieser krausen Welt wollen einfach nicht abreißen. Der Bogen reicht von der Luftsteuer, die von Hotels selbst für vorstehende Simse kassiert wird, bis hin zum Einbau des Brandschutzes -wie dies in einem Betrieb verlangt wurde, mit der gleichzeitigen Auflage, diesen Brandschutz auch kontrollieren zu lassen. So weit, so normal. Wenn es da nicht einen Nebeneffekt des Bürokratiewahnsinns gäbe -man kann auch verdienen damit. "Dreimal dürfen Sie raten, wer für die Kontrolle zuständig ist", fragt der entnervte Betroffene. Man wagte den Gedanken noch gar nicht zu denken, kommt schon die Antwort: Der, der den Brandschutz eingebaut hat.

Da verwundert nicht, dass Bürokratie und Vorschriftenwahnsinn immer zuerst genannt werden, wenn in der Wirtschaft, aber auch in Bereichen wie der Landwirtschaft und zahllosen anderen nach den größten Problemen gefragt wird.

Laut jüngsten Berechnungen der KMU Forschung Austria kostet die Bürokratie die heimische Wirtschaft inzwischen bereits 21,1 Milliarden Euro jährlich oder 320 Millionen Arbeitsstunden. Das entspricht 200.000 Vollzeit-Arbeitsstellen.

Auch wenn es da und dort Erfolge zu verzeichnen gibt, greift der Wahnsinn nach wie vor rasend um sich. Ein Beispiel: Rund 1.900 Seiten umfasst heuer der Kodex Steuergesetze. Das ist mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2000. Das ist längst auch Steuerberatern zu viel, die davon leben. "Das Steuerrecht ist komplex und kaum noch handhabbar", klagen selbst sie.

Oft ist der Wahnsinn selbst gemacht und politisch durchgedrückt. Etwa dann, wenn NGOs sich mit unpraktikablen und oft unsinnigen Vorschriften wie der Entwaldungsverordnung oder jüngst einer Richtlinie für erneuerbare Energieträger durchsetzen.

Einen Mann im Land regte das alles immer ganz besonders auf. So sehr, dass man ihn sogar zum Entbürokratisierungs-Staatssekretär machte. Jetzt ist er der Minus-Mann in der Regierung und dabei, zu einer Lachnummer gemacht zu werden, weil von den ohnehin mageren 113 angekündigten Maßnahmen, auf die das Land lange warten musste, erst 19 umgesetzt wurden.

Als Beobachter ist man dennoch geneigt, ihn zu verteidigen. Er hat es mit der Politik zu tun. Er hat es mit Österreich zu tun. Und da ist "Bohren in harten Brettern" ein Hilfsausdruck. Vor allem wenn es um Bürokratie geht.

Gar nicht zu reden, wenn einem von niemand Erfolg gegönnt wird. Schon gar nicht von den Regierungspartnern.

Meine Meinung - Raiffeisenzeitung, 25. Juni 2026

Dienstag, 23. Juni 2026

Ernte gerettet, Sorgen bleiben

Ackerbauern rufen nach Aussetzen des EU-Klimazolls für Düngemittel und nach Erhöhung des Bio-Anteils bei Benzin und Diesel.

Hans Gmeiner 

Salzburg, Linz. So wie es aussieht, sind die Ackerbauern noch einmal davongekommen. Im Großen und Ganzen haben die Feldfrüchte die Trockenheit im Mai überstanden. „Wir stehen vor einer passablen Ernte“, sagt etwa Oberösterreichs Landwirtschaftskammerpräsident Franz Waldenberger. Damit ist aber alles Positive gesagt. Denn von einem „Albtraum“ reden Getreideaufkäufer, wenn sie nach den heurigen Getreidepreisen gefragt werden

Die Getreidepreise rutschen ab

Noch hält man sich zwar bedeckt, aber die Markteinschätzungen und die Kurse an den Warenterminbörsen lassen nichts Gutes erwarten. In den vergangenen Wochen kannten die Kurse nur eine Richtung – abwärts. Einzig bei Raps sei ein einigermaßen guter Preis zu erwarten. Die Preise für Weizen und Gerste aber werden weit unter dem liegen, was die Bauern bräuchten. Auch bei Soja und Mais sind die Preisaussichten nicht gut.

Damit bekommt das Thema Düngerpreise noch mehr Brisanz. Der enorme Anstieg seit dem Iran-Krieg sorgte in den vergangenen Monaten bereits für Verunsicherung. Schlechte Preise für die Produkte und hohe Preise für Dünger und auch Treibstoffe sind Gift für die Geldbörsel der Bauern. Weil für die heurige Ernte noch mit günstigem Dünger gearbeitet wurde, den die meisten Bauern bereits im vergangenen Herbst kauften, drohen die Probleme für das kommende Jahr, für das in diesen Wochen die Anbaupläne gemacht werden.

Klimazoll verringert Angebot und treibt die Preise

Dabei ist den Bauern vor allem die Klimaschutzabgabe CBAM ein Dorn im Auge, die im Vorjahr eingeführt wurde, um die europäische Düngerindustrie zu schützen. Waldenberger nennt diese Abgabe eine „strukturelle Kostenfalle“. Sie macht bei vielen Produkten rund die Hälfte des Anstiegs der Düngerpreise aus. „Die europäische Düngemittelindustrie wird geschützt, die Landwirtschaft muss die dadurch entstehenden Mehrkosten tragen, weil sie die Kosten nicht an den Markt weitergeben kann“, beklagt Waldenberger. 

Von der angekündigten Hilfe der EU will sich der Kammerpräsident nicht blenden lassen. „Damit könne man Liquiditätsengpässe überwinden, sie machen aber Düngemittel nicht günstiger“, sagt er. Entscheidend sei ein ausreichendes und günstiges Angebot auf dem europäischen Markt. „Wir fordern daher eine Aussetzung der Klimazölle für Düngemittel.“

Damit nicht genug. Sorgenfalten treibt den Bauern auch die geplante Einstufung von europäischem Sojaöl als Hochrisikostoff für indirekte Landnutzungsänderungen auf die Stirn. Wie schon bei der Entwaldungsverordnung verstehen die Bauern nicht, dass sie in die Pflicht genommen werden sollen, obwohl für den Sojaanbau in Europa nachweislich keine Waldflächen gerodet wurden. „Es wäre völlig widersinnig, ausgerechnet jene Kultur zu benachteiligen, die einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Eiweißversorgung leistet“, sagen die Bauern und hoffen, dass der Kelch an ihnen vorübergeht.

Bioanteil bei Benzin und Diesel erhöhen

Diese Nöte bringen die Fantasie der Ackerbauern wieder in Schwung. „Wir brauchen Zukunftsperspektiven“ ist die Devise und bringt bekannte Ideen und Forderungen wieder aufs Tapet. So besinnt man sich der Bedeutung regionaler Wertschöpfungsketten und der Lebensmittel- und Verarbeitungsindustrie im Land. „Diese Stärke muss künftig noch mehr genutzt werden“, sagt etwa Waldenberger, freilich ohne konkrete Vorschläge in Diskussion zu bringen.

Bei Biokraftstoffen ist Oberösterreichs Kammerpräsident weitaus konkreter. Er fordert eine Anhebung der Biodiesel-Beimischung zu Diesel von derzeit sieben (B7) auf 10 Prozent (B10), wie das auch in Deutschland, Frankreich und anderen EU-Ländern üblich sei. Bei Benzin könne er sich sogar eine Erhöhung des Ethanolanteils von derzeit zehn auf 20 Prozent vorstellen. Das schaffe nicht nur für die Bauern zusätzliche Absatzmöglichkeiten, sondern trage auch zum Schutz des Klimas bei. Zudem wäre dieser Schritt rasch umsetzbar und sei praxiserprobt, sagt Waldenberger.

Salzburger Nachrichten - Wirtschaft, 23. Juni 2026

Donnerstag, 18. Juni 2026

Wir sollten auch über uns reden

Das Doppelbudget, das der Finanzminister vorige Woche vorstellte, sorgt für viel Aufregung. Die Kritiken fielen durchwegs schlecht aus. Man ist allerorten unzufrieden. Zu wenig ambitioniert heißt es, ein mutloser Kompromiss. Marterbauer verteidigt, die Regierung hält zu ihm, soweit sie zu ihm halten muss, Wirtschaftsfachleute, selbsternannt oder anerkannt, analysieren mit spitzer Feder und die Opposition schäumt.

Kurzum, in der Meinung vieler ist das Doppelbudget nicht das, was Österreich jetzt bräuchte und voranbringen könnte. Viele fühlen sich benachteiligt, zu wenig berücksichtigt, über den Tisch gezogen oder einfach übersehen. Die Pensionisten, die Unternehmer, die NGOs, die Universitäten, sogar die Bauern. Viele wissen mit dem Brustton der Überzeugung, was anders gemacht gehört, wo was zu holen wäre, wo man Kürzungen vertragen würde und worauf man überhaupt verzichten könnte. Und das selbstredend immer bei "den anderen", dort, wo man nicht selbst betroffen ist.

Dieses Verhalten, dieses Denken, dieser Neid auch ist in den vergangenen Jahren Kultur geworden im Land. Angeheizt von einer Opposition, die sich auf Ablehnung und Besserwisserei ohne Verantwortung verlegt hat und es dabei aber nicht für nötig hält, taugliche Lösungen anzubieten, schon gar nicht umsetzbare. Hauptsache dagegen, man hat ja keine Verantwortung.

Das hat längst abgefärbt. In der Meinung, sich damit zu behaupten und nicht vollends unterzugehen, haben sich inzwischen alle Parteien dieser Art von Populismus verschrieben, der sich nicht an der langfristigen Zukunft des Landes orientiert, sondern am kurzfristigen Wahlerfolg.

Das hat Folgen. Der Ruf der Politik könnte, eine Folge des um sich greifenden Populismus und des damit einhergehenden Vertrauensverlusts, kaum schlechter sein. Wir wissen immer schnell, wer schuld ist. Politiker werden gerne für dumm gehalten und als solches bezeichnet, sie seien nur auf den eigenen Vorteil bedacht, dienten einer Lobby oder generell einfach feig. Genauer hinschauen mag keiner mehr. Und etwas verstehen auch nicht. Längst ist es nicht mehr nur der Stammtisch, der weiß, woran es liegt, dass in der Politik nichts weitergeht.

Spätestens an diesem Punkt kommt aber auch unsere Verantwortung ins Spiel. Unsere Verantwortung als Wähler und Staatsbürger. Ohne die Politikerinnen und die Politiker freisprechen zu wollen von ihrer Verantwortung -aber von unserer Verantwortung redet man nur selten. Viel zu selten. "Auch wir, die Wähler, sind schuld an der Misere", schrieben kürzlich die "Salzburger Nachrichten". Lassen wir der Politik und den Politikerinnen und Politikern, angestachelt und aufgeheizt von billigem Populismus, überhaupt noch irgendeinen Spielraum, um übergeordnete Interessen und langfristige Ziele und Konzepte umzusetzen? Oder messen wir nur mit den eigenen Interessen, ohne jedes Gefühl oder Verständnis für Zusammenhänge und für Verantwortung? Haben wir in diesem Klima alle Eigenverantwortung abgegeben und wollen nur mehr vom Staat versorgt werden? Sind wir nicht mehr bereit, etwas mitzutragen, auch wenn das keinen Vorteil bringt?

Wir lassen die Politiker nicht mehr arbeiten. Wir haben uns verführen lassen und zu einem Klima beigetragen, in dem sich alles nur mehr an der nächsten Wahl orientiert und daran, was Umfragen ergeben, statt zu handeln und das zu tun, was das Gemeinwohl, die Wirtschaft und die Gesellschaft brauchen. Man wagt es nicht den Gesundheitsbereich anzugreifen, schiebt die nötigen Reformen bei Pensionen und in der Bildung und anderswo seit Jahren vor sich her.

Man traut sich nichts mehr angreifen. Überall wird sofort aufgeschrien. Und keine Rede davon, dass wir damit den ganzen Staat in eine Selbstblockade hineintreiben. Und das ist in einer Situation wie in der, in der wir jetzt sind, eine unerträgliche Belastung. Man will für nichts Verständnis aufbringen, weil man sich schnell übervorteilt fühlt. Man könnte ja zu kurz kommen.

Wir haben uns in ein Klima hineinmanövrieren lassen und stehen jetzt nicht nur vor Schuldenbergen und ungelösten strukturellen Problemen. In Österreich -und auch in Deutschland - stehen jetzt Parteien vor der Regierungstür, die dieses Klima lautstark erzeugt haben, aber keine Lösungen anbieten können und an der Realität und der eigenen Überschätzung scheitern.

Die Amerikaner erleben gerade, wie das ausgehen kann. Und so wie es aussieht, sind wir wohl die Nächsten.

Meine Meinung - Raiffeisenzeitung, 18. Juni 2026

Donnerstag, 11. Juni 2026

Wir sind unter Attacke

In Oberösterreich sorgte dieser Tage eine Geschichte in den OÖ Nachrichten insbesondere bei den Bauern für beträchtliches Aufsehen. Unter dem Titel "Putins Sprachrohr auf dem Welser Acker", zeigte Gerald Mandlbauer auf, wie sich führende Funktionäre eines Bauernverbandes, der das Wort "unabhängig" im Namen führt und die auch in der Vollversammlung der oö. Landwirtschaftskammer sitzen, vom russischen TV-Sender Rossija 1 bereitwillig benutzen und vorführen ließen. "Das ist die Giftpolitik Brüssel" schimpften sie über die EU-Agrarpolitik ins Mikrofon des Senders, der als Putins Sprachrohr in Europa gilt. Sie richte sich nicht gegen die Ukraine, nicht gegen Lateinamerika, sondern "gegen uns". Bei der aktuellen politischen Lage könnten "bald alle österreichischen Höfe schließen", meinte der eine, während mit dem Bild des anderen die Aussage unterlegt wurde, dass die EU "die Bauern mäht" und alles tue, damit die ukrainischen Bauern gedeihen. Damit nicht genug. "Die Schädlinge aus Brüssel haben uns auch das Gas abgedreht", heißt es da.

Man staunt. "Ist das Naivität oder gezielte Agitation?" fragt Mandlbauer, der ehemalige Chefredakteur und nunmehrige Chefkommentator der OÖN. Es ist wohl beides -und auch Zeichen dafür, wohin aufgeblasene Wichtigtuerei führen kann. Und nicht nur das. Es ist auch Beleg dafür, dass das, was als "Informationskrieg" seit Jahren für Aufregung, Verunsicherung und wachsende Besorgnis sorgt, längst auch die "kleine Politik" erreicht hat. Längst geht es auf dieser Ebene nicht mehr nur um Corona-Schwurbler, die sich zum willfährigen Vehikel gesteuerter Interessen an Stamm-und Wohnzimmertischen machen ließen.

Aus der Politik kennt man das bisher eher aus den oberen Etagen. Von der FPÖ und von Kickl, von der AfD in Deutschland oder bis vor kurzem auch vom ehemaligen ungarischen Ministerpräsident Orbán. Dort stehen viele seit Jahren in Verdacht, "Putins Sprachrohr im Westen" zu sein. Der "Informationskrieg", die gezielte Manipulation von Informationen und Medien, um Politik, öffentliche Meinung und Wirtschaft zu beeinflussen, ist längst gefürchtete Waffe geworden. Deutungshoheit bei Themen, Destabilisierung politischer Verhältnisse und die Spaltung der Gesellschaft stehen dabei als Ziele ganz oben. Fake News, Desinformation und Propaganda sind die Mittel der Wahl, um Meinungen, Stimmung und Wahlen in fremden Ländern zu beeinflussen. Auch wenn Russland als Hauptverdächtiger im Informationskrieg gilt und als besonders stark, ist diese Art der Kriegsführung auch anderen Staaten durchaus geläufig. Was den Russen die "Trolle" sind, also echte Menschen oder künstlich generierte Bots, deren Ziel es ist, Desinformation vorwiegend über Social Media zu verbreiten oder öffentliche Diskussionen zu manipulieren, sind anderswo Algorithmen. Die sind vor allem bei den großen US-amerikanischen Informations-und Kommunikationsplattformen Facebook, X und Google, aber vor allem auch bei TikTok und Instagram das Mittel der Wahl, um Information und vor allem auch Konsumverhalten zu steuern.

Man scheut sich aber auch nicht, ganz offen und unverblümt zu versuchen, das politische Meinungsklima außerhalb der USA zu beeinflussen. Im Vorjahr sorgte international für Empörung, als X-Chef Elon Musk persönlich Alice Weidel, die Chefin der deutschen AfD, vor der Bundestagswahl auf X interviewte und ihr damit eine riesige Plattform verschaffte. Und auch innerhalb der USA ist man nicht zimperlich. Trump betreibt mit Truth Social seine eigene Info-Plattform und versteht die Medien vor allem als Instrument, ihn in bestem Licht erscheinen zu lassen. Medienfreiheit ist in den USA dabei zu einem Fremdwort geworden, zumal Trumps Methoden nicht zimperlich sind.

Zugegeben, es ist mühsam geworden, sich verlässlich zu informieren in unserer Zeit. Aber es ist immer noch möglich wie kaum sonstwo auf der Welt. Auch wenn man auch dort zuweilen von der Rolle des um Objektivität bemühten Beobachters in jene eines Beteiligten mit Interessen schlüpft, sind es nach wie vor die klassischen Medien und die klassischen - meist öffentlich-rechtlichen -Rundfunk-und Fernsehanstalten, Verlagshäuser und Zeitungsund Zeitschriftentitel, die es möglich machen.

Das schützt nach wie vor zuverlässig davor, zu Putins oder Trumps "Sprachrohr" oder Musks oder Zuckerbergs Opfer zu werden.

Meine Meinung - Raiffeisenzeitung, 11. Juni 2026

Samstag, 6. Juni 2026

Gemüsebauern klagen über Benachteiligung

 


Erleichterungen bei den Lohnkosten für Saisonarbeiter fordert die Branche seit Langem.

Hans Gmeiner

Salzburg. Seit Jahren klagen die heimischen Gemüsebauern wegen hoher Lohnnebenkosten über Wettbewerbsnachteile auf dem Markt. Außer Versprechungen und Vertröstungen auch von höchsten Stellen gab es freilich wenig für sie. Verbesserungen wurden bisher immer verhindert. „Wir haben es satt“, nimmt sich Stefan Hamedinger, Geschäftsführer des Gemüsebauernverbandes in Oberösterreich, kein Blatt vor den Mund. Auch der Branchenverband Obst und Gemüse forderte erst kürzlich in einem Schreiben an Finanzminister Markus Marterbauer sozialversicherungsrechtliche Erleichterungen für Saisonarbeitskräfte, „um mehr Netto vom Brutto ermöglichen zu können“.

Lohnnebenkosten machen bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten aus

„Ständig wird über die höheren Lebensmittelkosten geklagt und bei uns stellt man auf stur, wenn wir Entlohnungsmodelle, wie sie in Bayern und Südtirol üblich sind, fordern“, beklagt Hamedinger. Dort gibt es Modelle, die die speziellen Verhältnisse und Anforderungen im Gemüse- und Obstbau berücksichtigen. Die Lohnnebenkosten insbesondere für Saisonarbeitskräfte seien dort deutlich niedriger. „In vielen europäischen Ländern hat man erkannt, dass man Gemüsebauern und Produzenten von Spezialkulturen, die besonders handarbeitsintensiv sind, entgegenkommen muss.“ In Deutschland etwa bekommen die Saisonarbeitskräfte dank der Sonderregelungen laut Hamedinger mindestens 13,90 Euro pro Stunde. „Unsere Bauern können wegen der hohen Lohnnebenkosten nur neun Euro zahlen, weil bisher nichts geschehen ist.“ Er will nicht akzeptieren, dass Politik und Sozialpartner weiter wegschauen. „Für die Schwerindustrie und andere gibt es Energie- und Stromkostenzuschüsse, für die Landwirtschaft gibt es diesbezüglich bei den Arbeitskosten nichts.“

Bei manchen Gemüsearten machen die Lohnkosten mehr als 50 Prozent der Gesamtkosten aus. Da wächst sich die Differenz bei den Löhnen schnell zu einer drückenden Last im Wettbewerb aus. Pro Hektar Salat beziffern die Gemüsebauern die Mehrkosten mit rund 4000 Euro. Bei Einlegegurken betrage der Nachteil wegen der höheren Arbeitskosten sogar 14.000 Euro pro Hektar. Da verwundert es nicht, dass der Druck aus dem Ausland auf die Gemüsebauern beständig wächst. So ist etwa in Oberösterreich seit dem EU-Beitritt der Marktanteil bei Einlegegurken von 80 auf heute 50 Prozent gesunken. Auch bei frischem Gemüse wie Spargel werden bereits zwei Drittel importiert. Selbst Salat kommt immer öfter aus dem Ausland. Seit Jahren sinkt der Selbstversorgungsgrad.

Bierradi verschwand in Österreich ganz

Verschärfend zu den höheren Arbeitskosten kommt die in Österreich besonders strenge Auslegung der Regeln für Pflanzenschutzmittel hinzu. Während man in Bayern und anderen Ländern die Vorschriften großzügiger auslegt, müssen die heimischen Gemüsebauern auf wichtige Mittel zum Schutz ihres Anbauguts verzichten. Schlagzeilen macht immer wieder der Bierradi, der von Österreichs Gemüsefeldern praktisch verschwunden ist und aus dem benachbarten Bayern importiert werden muss.

Mit der strengen Auslegung der Vorschriften hat auch zu tun, dass heimische Radieschen und heimischer Kohlrabi in den Supermärkten oft ohne Blattgrün verkauft werden, weil Gemüse mit abgefressenen oder löchrigen Blättern liegen bleibt. „Man greift stattdessen leider lieber zur Ware aus dem Ausland, die daneben feilgeboten wird, weil dort wegen der Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln, die bei uns nicht erlaubt sind, das Blattgrün dran und nicht zerfressen und löchrig ist“, sagt Hamedinger.

19.600 Hektar Gemüse

In Österreich wird laut Agrarmarkt Austria auf 19.600 Hektar Gemüse angebaut, von denen im Vorjahr rund 726.800 Tonnen Feld- und Gartenbaugemüse geerntet wurden. Die Anbauflächen für Gemüse liegen überwiegend im für den Gemüsebau klimatisch günstigeren Osten des Landes, vor allem in Niederösterreich (mehr als 11.000 Hektar), Oberösterreich (knapp 2000 Hektar) und dem Burgenland (rund 1500 Hektar).

Salzburger Nachrichten - Wirtschaft, 6. Juni 2026


Mittwoch, 3. Juni 2026

Teures Festhalten an der Vergangenheit

Österreich ist ein Land mit Vergangenheit. Viele meinen sogar mit großer Vergangenheit. Mag sein. Man kann es so sehen. Österreich ist aber auch, und das macht einen guten Teil unserer aktuellen Probleme aus, ein Land der Vergangenheit -im Denken, Leben und Handeln vieler Menschen, die gerne die "alten Zeiten" und was da war verherrlichen. Tradition und Brauchtum stehen hoch im Kurs in diesem Land, Verwurzelung auch.

Dass Österreich ein Land der Vergangenheit ist, ist aber auch ein Problem. Vor allem auch in der Politik. Und damit wird es gerade zu einem der größten Probleme, das wir haben, ist die Politik doch darauf ausgerichtet, in praktisch allen Bereichen den Status quo abzusichern. Also abzusichern, was war, und sich dabei zu weigern, nach vorne zu schauen. Koste es, was es wolle, man kennt das ja inzwischen. Kein Euro ist zu schade, um die Vergangenheit zu erhalten. Jedes Jahr drehen sich die wichtigsten politischen Diskussionen und Auseinandersetzungen darum, die Pensionen abzusichern und die Beamtengehälter, die Ausgaben im Sozialbereich nicht anzugreifen und die in der Landwirtschaft, in der Bildung und in der Kultur. Auch das, was sich im Gesundheitswesen abspielt respektive nicht abspielt, und vieles andere mehr ist davon geprägt und gebremst. Dass die Budgetzahlen völlig aus dem Ruder laufen und nun überall gespart werden muss, hat sehr viel damit zu tun, dass man unbedingt an der Vergangenheit festhalten will.

Alles Bemühen ist darauf ausgerichtet, alles so zu belassen, wie es ist. Und sei das noch so unhaltbar und sei noch so klar abzusehen, wohin das führt. Man tut alles, um die Vergangenheit zu erhalten und um ja nichts ändern zu müssen. Ganz so, als ob die Vergangenheit das Größte gewesen wäre. Dafür ist man bereit alles zu tun. Dass die Wahrscheinlichkeit deutlich größer ist, sich damit noch tiefer in die Malaise hineinzumanövrieren, ist genauso wenig ein Thema, wie dass dabei die Wahrscheinlichkeit wächst, eine bessere, wenn nicht gar richtig gute Zukunft zu verspielen. Und da sei noch gar nicht die Rede von der Zukunft der jungen Generation.

"Alles soll bleiben, wie es ist", laute inzwischen der geheime Wappenspruch der Dreier-Koalition, ätzte kürzlich Presse-Chefredakteur Florian Asamer. Sein Fazit: "Diese Koalition liefert nicht." Nicht beim Budget, nicht bei der Heeresreform, nicht bei den Pensionen. Nirgendwo. Da trickst man lieber herum wie bei den Bauern, die man vorne mit 100 Millionen Euro für den Agrardiesel beruhigt und denen man hinten herum die gleiche Summe bei der Sozialversicherung und Streichungen da und dort wieder wegnimmt. "Absicherung des Erreichten" lautet der Euphemismus, also die beschönigende Ausdrucksweise, dafür. Deckel drauf und ein paar Millionen dazu, das ist alles. "Und gut ist", würde man bei unseren deutschen Nachbarn dazu sagen. Aber die Entwicklung von Visionen, die Suche nach neuen Wegen, nach Antworten auf die Fragen, die sich aufdrängen, bleiben dabei auf der Strecke. Außer Sonntagsreden nichts von schlankeren Strukturen und einem schlankeren Staat. Von Umsetzung meist keine Spur. Forderungen nach Entrümpelung überkommener und immer kostspieliger werdender Strukturen werden regelmäßig ins Abseits geleitet. Es ist zuweilen, als traue man sich nicht in die Zukunft schauen. Und schrillen die Alarmsysteme noch so laut. 

Und vor diesem Hintergrund setzt ein Mann zum Sprung ins Kanzleramt an, der keinen Wechsel verspricht, sondern noch mehr von der Vergangenheit. Es müsse das Ziel einer verantwortungsvollen Politik für Österreich sein, diese "gute alte Zeit zu einer guten neuen Zeit" zu machen, tönte Herbert Kickl bei seiner Ansprache zum 1. Mai vor johlendem Publikum und legte gleich noch eins drauf, was zeigt, dass in Zukunft nicht nur Migranten nichts zu lachen haben sollen in diesem Land, sondern auch Schüler: "Und wenn sie nicht gespurt haben", sage Kickl grinsend, "dann hat ein Lehrer, der noch eine Respektsperson gewesen ist, ein bisserl nachgeholfen -und das hat niemandem geschadet, wenn ich das so sagen darf!"

Da wird wohl noch mehr kommen. Auch was andere Gesellschaftsgruppen betrifft. Das sollte Sorgen machen. Allen im Land der Vergangenheit, das sich keine Zukunft zutraut.

Meine Meinung - Raiffeisenzeitung, 3. Juni 2026

Montag, 1. Juni 2026

Schweinebauern rutschen tief in die roten Zahlen

162 Euro für ein ausgewachsenes Mastschwein: Das sei deutlich zu wenig, um die Kosten decken zu können, klagt die Branche. Jetzt hofft man auf die Grillsaison – und die Fußball-WM.

Hans Gmeiner

Salzburg. Bis vor wenigen Monaten war die bäuerliche Welt noch einigermaßen in Ordnung. Bei den meisten Produkten waren die Erzeugerpreise hoch wie selten zuvor. Seither hat sich das Blatt freilich gewendet. Im Monatstakt kommen Hiobsbotschaften aus der Landwirtschaft. Zuerst schlugen die Ackerbauern Alarm, weil die Düngerpreise und die Treibstoffpreise explodierten. „Ackerbau wird unrentabel“, hieß es mit einem Mal. Dann folgten die Milchbauern, weil die Erzeugerpreise einbrachen und auf ein Niveau fielen, von dem man glaubte, dass man es dauerhaft überwunden habe. Dann schlugen die Rinderhalter Alarm. Und nun meldeten sich auch die Schweinemäster zu Wort. „Uns fehlen derzeit rund 50 Euro pro Mastschwein, um die Kosten decken zu können“, sagt Raimund Tschiggerl, Chef der Österreichischen Schweinebörse.

Pro Mastschwein fehlen 50 Euro, um die Kosten decken zu können

Der Basispreis für ein Mastschwein liegt derzeit bei 1,62 Euro pro Kilogramm. Das sind gerade einmal 162 Euro für ein ausgewachsenes, schlachtreifes Schwein, das in der Regel 100 Kilogramm auf die Waage bringt. Vor einem Jahr erhielten die Bauern mit 1,83 Euro noch um gut 15 Prozent mehr, gar nicht zu reden von den 2,22 Euro, die Mitte 2024 für ein Kilogramm gezahlt wurden. „Dass wir in der Schweinemast negative Deckungsbeiträge schreiben, also die Produktionskosten nicht abgedeckt werden können, war in den vergangenen Jahrzehnten selten der Fall“, sagt der Chef der Schweinebörse, die für die Bauern der wichtigste Vermarkter ist.Wir sind ja den Schweinezyklus gewohnt Raimund Tschiggerl, Schweinebörse „Wir sind ja den Schweinezyklus, das Auf und Ab der Preise, gewohnt“, sagt Tschiggerl. Aber heuer laufe es anders. Der Markt habe sich vom traditionellen Tief nach dem Weihnachtsgeschäft nicht erholt. Auch Ostern brachte nicht die erwartete Wende. „Dabei hätten sich viele Bauern eigentlich erwartet, dass sich der Preis wegen der gestiegenen Kosten nach oben bewegt.“

Danach freilich schaut es nicht aus. Der Markt ist voll. Die guten Preise vor zwei Jahren haben das Angebot angekurbelt. Daran leidet man bis heute. „Der größte Feind des guten Preises ist der sehr gute Preis“, zitiert Tschiggerl eine alte Handelsweisheit. Waren es zunächst die großen Schlachtbetriebe, die eine Preiserholung verhinderten, weil sie ihre Kühllager räumten, so leidet man derzeit vor allem unter dem Überangebot auf dem europäischen Markt. „Billigst-Fleischangebote aus Spanien sind momentan der Renner“, sagt Tschiggerl. Die deutschen Bauern stehen dem kaum nach. Dazu kommen Verschiebungen auf den internationalen Märkten, mit denen die EU-Schweineproduzenten zu kämpfen haben. Sie erschweren es, durch Exporte den Markt zu entlasten. Insbesondere China kauft weniger Schweinefleisch, das dann auf anderen Märkten untergebracht werden muss.

In der Gastronomie zählt die Herkunft wenig

Besonders schmerzt die Schweinebauern, dass bei den Gastro-Zulieferern und damit in der Folge in der Gastronomie die Herkunft wenig zählt. Dieses Fleisch komme vorzugsweise aus Spanien und Deutschland. Tschiggerl: „Das wichtigste Schild ist ganz offensichtlich nicht das Herkunftsschild, sondern das Preisschild.“ Die Unterschiede sind oft enorm. „Wir sind mit Angeboten konfrontiert, die um 50 Prozent unter den Preisen für österreichische Ware liegen“, sagt Tschiggerl.

Tierwohlhaltung stagniert

Das erklärt zu einem Teil auch, dass die Nachfrage nach Schweinen aus Tierwohlhaltung stagniert. Die großen Erwartungen und auch Versprechungen kann sie kaum erfüllen. „Wir wollen so vielen Betrieben wie möglich den Umstieg auf tierwohlgerechtere Haltungsformen ermöglichen“, meint Tschiggerl. „Das muss allerdings im Einklang mit den Anforderungen des Marktes passieren.“ Daran hapert es allerdings. Vom Ziel, im Jahr 2030 in Österreich eine Million Schweine pro Jahr aus Bio- und Tierwohlhaltung zu vermarkten, ist man weit entfernt. Im Vorjahr waren es gerade einmal 270.000 Schweine aus diesen Haltungsformen. Rund die Hälfte der Schweine in Österreich wird immer noch außerhalb aller Gütesiegelprogramme erzeugt.

Unterkriegen wollen sich die Schweinebauern freilich nicht lassen. Sie hoffen, dass die Grillsaison, aber auch die Fußball-WM den Markt beleben, und darauf, dass die Umfragen stimmen, die davon reden, dass Fleisch zu essen wieder in ist. Dass sich die Lage rasch verbessert, glauben sie nicht. „Es wird wohl bis Weihnachten dauern, bis wir wieder positive Deckungsbeiträge erreichen“, sagt Tschiggerl.

Salzburger Nachrichten - Wirtschaft, 1. Juni 2026

Freitag, 29. Mai 2026

Was passiert, wenn der Dünger knapp wird

Die Sperre der Straße von Hormus könnte zur Gefahr für die Welternährung werden.
Hans Gmeiner
Salzburg. Seit dem Iran-Krieg und der Sperre der Straße von Hormus, über die ein Drittel der weltweiten Düngerexporte abgewickelt wird, ist der Markt für Düngemittel völlig aus dem Ruder gelaufen. Dazu kommt die Preisexplosion bei Erdgas, dem wichtigsten Produktionsmittel für den Stickstoffdünger. Dessen Preis ist innerhalb kurzer Zeit, wie die Preise für Phosphor und Kali, um 40 bis 50 Prozent gestiegen.
Weltbank und FAO warnen seit Wochen vor den Folgen der Engpässe bei der weltweiten Düngerversorgung. Befürchtet werden eine deutliche Verringerung der Ernteerträge und in der Folge Probleme mit der Nahrungsmittelversorgung. Erste Länder müssen den Düngerverbrauch einschränken. So wurden in Indien erst vor Kurzem die Landwirte aufgerufen, den Düngemitteleinsatz zu reduzieren.
Heimische Bauern versuchen, Krise auszusitzen
Die Bauern in Österreich versuchen derzeit, die Krise noch auszusitzen, und warten mit Bestellungen für die nächste Saison. Die Bauernmedien sind aber längst voll mit Ratschlägen, wie man trotz weniger Dünger noch passable Erträge erzielen kann.
Auch wenn industriell erzeugter Dünger wegen des hohen Energiebedarfs in der Produktion, aber auch wegen umstrittener Auswirkungen auf Klima und Böden, in keinem guten Ruf steht, für die Sicherung des weltweiten Nahrungsmittelbedarfs und leistbare Lebensmittel ist er unverzichtbar, liefert er doch Nährstoffe für Weizen, Mais und Co. Weltweit ist ein Großteil der Landwirtschaft ohne Düngemittel, namentlich ohne künstlich aus Erdgas erzeugten Stickstoff, der in verschiedenen Formen angeboten wird, nicht denkbar. Am bedeutendsten dabei sind Harnstoff und Kalkammonsalpeter. Kali und Phosphor hingegen sind Bergbauprodukte, die für die landwirtschaftliche Nutzung aufbereitet werden.
Düngerherstellung ist Big Business
Organische Dünger wie Gülle, Stallmist, Jauche oder Kompost spielen nur eine untergeordnete Rolle und können den Bedarf an industriell erzeugten Düngern nicht ersetzen. Das gilt auch für den Biolandbau, auf den weltweit nur 1,2 Prozent der bewirtschafteten Flächen entfallen und in dem der Einsatz von „Kunstdünger“, wie industriell erzeugter Stickstoff oft genannt wird, unzulässig ist.
Die Erzeugung von Düngemitteln ist heute Big Business. Die Aktien der großen Düngerkonzerne gelten seit Wochen als heiße Tipps für Anleger. Die größten Produzenten sitzen durchwegs in Ländern, die zu einem guten Teil auch auf dem internationalen politischen Parkett zu den „Big Players“ zählen.
Größter Düngerproduzent ist nach Angaben der Fachzeitschrift „Agrarheute“ Russland, vor China, Kanada, Marokko, USA und Saudi-Arabien. Zusammen entfällt auf diese Staaten die Hälfte der weltweiten Düngerexporte. Mit einem Marktanteil von 17,9 Prozent ist Russland führender Düngemittelexporteur. Besonders bei Harnstoff gibt es kaum eine Alternative. Der Angriff auf die Ukraine tat dem keinen Abbruch – im Gegenteil. Der Anteil Russlands an den EU-Düngemittelimporten stieg von 18 Prozent 2022 sogar auf rund 30 Prozent im Jahr 2024.
Anteil der Golfstaaten am Stickstoffdünger bei 40 Prozent
Was die Sperre der Straße von Hormus besonders brisant macht: Der Anteil der Golfstaaten am weltweiten Handel mit Stickstoffdüngern beträgt 40 Prozent. Zudem haben sie einen hohen Anteil am Handel mit Vorprodukten wie Schwefel und Ammoniak. Insgesamt kommen 11,5 Prozent der weltweiten Düngemittelexporte aus den Golfstaaten. Europa hat in diesem Umfeld einen schweren Stand, ein Drittel der Düngemittel muss importiert werden. Zu den wichtigsten Lieferanten zählen bisher Russland, aber auch Ägypten und Algerien.
Man macht sich aber auch selbst das Leben schwer. Derzeit wird heftig um die Einführung des CO2-Grenzausgleichs CBAM gerungen. Dieser Ausgleich wird von der Düngerindustrie als Schutz vor Importkosten gefordert. Von den Bauern wird er abgelehnt, weil sie höhere Kosten befürchten. Größte Hersteller in Europa sind die norwegische Yara International ASA und die LAT Nitrogen des ehemaligen tschechischen Ministerpräsidenten Babiš, die auch in Linz ein Werk betreibt. Probleme macht vor allem die Energieabhängigkeit.
109 Millionen Tonnen Stickstoffdünger
Weltweit werden jährlich (die jüngsten Angaben sind aus den Jahren 2022/2023) rund 109 Millionen Tonnen Stickstoff-Reinnährstoff verbraucht. Dazu kommen 44,1 Mill. Tonnen Phosphat und 34,7 Mill. Tonnen Kali.
In Österreich nehmen sich die Zahlen naturgemäß bescheidener aus. Der Stickstoffverbrauch sank im Zeitraum 2013/2014 bis 2023/2024 mit Schwankungen von seinerzeit 114.000 Tonnen auf 94.000 Tonnen. Das hat nicht nur mit dem hohen Bio-Anteil zu tun, sondern auch damit, dass viele konventionelle Bauern im Rahmen von Umweltprogrammen den Stickstoffeinsatz einschränken und optimieren. Gleiches gilt für Phosphat und Kali. Bei Phosphat halbierte sich die ausgebrachte Menge in zehn Jahren fast auf 22.000 Tonnen. Bei Kali betrug der Rückgang rund ein Drittel und lag zuletzt bei 21.000 Tonnen.
Wie es mit der Versorgung von Düngemittel weitergehen wird, ist noch unklar. Russland bleibt international wohl der wichtigste Akteur, weil man über billiges Erdgas verfügt. Ägypten und Algerien, die bereits heute für Europa wichtige Lieferanten von Stickstoffdüngern und Ammoniak sind, könnten an Bedeutung gewinnen, hängen aber von Erdgasimporten ab. China wiederum könnte zwar, schreibt „Agrarheute“, theoretisch die Exporte von Harnstoff ausweiten, ist aber durch Exportquoten, die die nationale Versorgung sichern sollen, blockiert.
Daten & Fakten Dünger
Für Wachstum, Ertrag und Qualität benötigen Pflanzen Nährstoffe. Sie werden dem Boden durch die Ernte und den Abtransport des Erntegutes entzogen und müssen durch Dünger ersetzt werden. 
Der wichtigste Nährstoff ist Stickstoff, der synthetisch über das energieintensive Haber-Bosch-Verfahren hergestellt wird, bei dem Stickstoff aus der Luft mit Wasserstoff (meist aus Erdgas) zu Ammoniak umgesetzt wird. Dieses Verfahren revolutionierte Anfang des 20. Jahrhunderts die landwirtschaftliche Produktion und sorgte für eine deutliche Erhöhung der Erträge und Verbesserung der Qualitäten.
Kalium ist für die Regulierung des Wasserhaushaltes und die Widerstandsfähigkeit der Pflanze zuständig, aber auch für Qualität und Ertrag.
Phosphor fördert die Blüten- und Fruchtbildung, begünstigt das Wurzelwachstum und verbessert die Winterfestigkeit der Pflanzen.
Salzburger Nachrichten - Wirtschaft, 29. Mai 2026

Donnerstag, 21. Mai 2026

Seelenlos scheinheilige Freundlichkeit

So weit hat sich noch keiner verstiegen wie dieser steirische FPÖ-Nationalrat mit Namen Leinfellner. Was mit Bildern von Politikern begann, die Adventkerzen anzünden und verbunden mit den zugehörigen Wünschen auf ihren Social Media-Kanälen veröffentlichten, hat der FP-Politiker, der vor allem durch das Zitat "Menschen, die Schweinefleisch essen, neigen weniger dazu sich in die Luft zu sprengen" auffiel, in neue Dimensionen geführt. "Ich wünsche Ihnen einen schönen Feiertag", postete er zu Christi Himmelfahrt auf Facebook ein Bild, das eine schwebende Christus-Figur in wallenden Gewändern vor blauem Himmel mit dunklen Wolken und mit Blick nach oben zeigt. Die Hände dieser Figur sind nach oben hin ausgebreitet, just dorthin, wo auf dem Bild das FPÖ-Logo drapiert ist. Kitschiger geht nicht. Und anmaßender wohl auch nicht. "Blasphemisch" hat jemand drunter geschrieben.

Der steirische Politiker macht so etwas nicht zum ersten Mal. Bereits vor wenigen Wochen bebilderte er seinen Post mit dem Slogan "Werte bewahren am Karfreitag" mit dem in dramatischem Licht gehaltenen Bild eines Kreuzes.

Aber hier soll nicht Thema sein, wie es die Freiheitlichen mit der Kirche halten und wie viel Kreide sie fressen, um von den Christen Stimmen zu bekommen. Hier soll die Scheinheiligkeit Thema sein, die unseren Umgang zunehmend zerfrisst. Die Scheinheiligkeit und das Interesse, die uns vorgespielt werden, um an unsere Wählerstimmen, aber auch, und damit sei die Wirtschaft vom Stromlieferanten bis zum Wirt ums Eck einbezogen, an unser Geld zu kommen.

Man macht den Leuten immer öfter vor, was einer genaueren Prüfung nicht standhält, schon gar nicht den Erwartungen, die man damit weckt. Man spielt ihnen Interesse vor, wo in Wahrheit eigentlich keines ist -außer dem an ihren Wählerstimmen oder an ihrem Geld. Man spielt Respekt vor, wo allenfalls höfliche Distanz ist. Und man gibt sich freundlich, wo eigentlich keine Freundlichkeit ist. All das hat in der Regel nichts mehr von ursprünglicher Authentizität und vermittelt immer seltener den Eindruck, dass es von Herzen kommt und ein Anliegen ist. Was Interesse und Freundlichkeit zeigen soll, wirkt viel eher oft wie ausgedacht von irgendwelchen Beratern, auf dem Reißbrett entstanden und als Marketing-Instrument ausgebaut bis ins Detail -und nicht, weil es ein Anliegen ist. Oft ist es nicht mehr als eine maschinengesteuerte Freundlichkeit, entstanden in Computern und angelernt in Kursen, die sich schnell als heiße Luft erweist und sonst nichts. Seelenlos und oft nichts als berechnend. Längst durchzieht die Art von "Freundlichkeit" das Land, das sich seiner Freundlichkeit so gerne rühmt, bis in den letzten Winkel. Die Beispiele sind zahllos. Das beginnt bei Politikern, die heute nicht mehr einfach sagen, dass sie wo dabei waren oder etwas eröffnet haben, sondern nur mehr anbiedernd davon reden, dass sie "dabei sein durften" oder "eröffnen durften", und dabei längst übersehen, dass das nicht mehr als eine hohle Phrase ist.

Am besten erkennt man solche Konstrukte, wenn der Störfall eintritt. Reagiert man nicht wie erwartet, oder läuft gar etwas schief, dann ist schnell Schluss mit lustig. Sagen Sie in einem Restaurant auf die Frage, "Hat es Ihnen eh geschmeckt?" einmal wirklich, was Sie meinen, wenn das mit dem "Schmecken" nicht ganz so toll war, schnell werden Sie meist erkennen müssen, dass das mit der Freundlichkeit doch nicht ganz so ernst gemeint war. Und das nicht nur dort.

Diese Entwicklung ist wohl nichts anderes als Ausdruck der Beziehungslosigkeit und auch Gleichgültigkeit und allenfalls des geschäftlichen Interesses, die sich allerorten breitgemacht haben. Es fehlt das Herz und es lässt die Ehrlichkeit vermissen. Es ist aber auch oft ein Zeichen des Überfordertseins und der Hilflosigkeit. Bei Politikern am Rednerpult genauso wie bei der Kellnerin im Restaurant, die ohne ein "Tut mir leid" mit finsterem Gesicht die Teller abserviert, wenn man nicht sagt, was erwartet wurde.

Kommendes Wochenende ist Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes. Man wünscht sich, dass der auf all jene niedergeht, die mit ihrer seelenlosen Art von Freundlichkeit Politik und Geschäft machen. Und man wünscht sich das vor allem für die, die daraus auch noch blasphemische Bilder machen.

Meine Meinung -Raiffeisenzeitung, 21. Mai 2026

Mittwoch, 13. Mai 2026

Armutsdiskussion zum "Schwindligwerden"

Man erinnert sich noch gut an den damaligen SPÖ-Spitzenkandidaten Babler, der sich im Wahlkampf nicht genug auf die Brust klopfen konnte, um dabei zu schwören, dass er sich gegen Ungerechtigkeit einsetzen werde und dafür, dass niemand zu kurz kommen dürfe. Jetzt rechnet ihm ausgerecht das SPÖ-nahe Momentum Institut vor, dass die im Zuge der Budgetsanierung geplante Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge Geringverdiener, vor allem Frauen in Teilzeitbeschäftigung, trifft. "Diese Reform belastet ausgerechnet jene, die ohnehin jeden Euro umdrehen müssen", sagt die Studienautorin. Der Verlust könne sich auf bis zu 735 Euro pro Jahr summieren, heißt es -nicht wenig, wenn das Bruttoeinkommen 1.500 bis 2.600 Euro beträgt. Die Gegenwehr der SPÖ und vom heutigen Vizekanzler Babler sind überschaubar. Die Regelung wird wohl so kommen.

Das ist aber nur eine der Facetten nicht nur bei der Budgetsanierung, sondern auch bei der Diskussion um und über die Sozialpolitik im Land. Vor zwei Wochen gerade wurde sie wieder, wie jedes Jahr, von der neuesten Armutsstatistik angeheizt. Demnach waren im Vorjahr laut Statistik Austria 1,7 Millionen Menschen in Österreich armuts-oder ausgrenzungsgefährdet. Sie verdienen maximal 1.806 Euro pro Monat, 60 Prozent des Medianeinkommens, also des mittleren Haushaltseinkommens. Caritas, Rotes Kreuz und viele anderen reagierten postwendend. Von "Alarmsignal" war die Rede und vom "Kurswechsel", der nötig sei. Dabei sinke die Armut, titelte die "Presse" und machte sich per Leitartikel zum Sprachrohr derer, die den Alarmismus rund um die Armut nicht mehr nachvollziehen mögen und für kontraproduktiv halten. "In der Diskussion über Armut werden Daten und Fakten vermischt, dass einem schwindlig wird", schrieb die Autorin Jeannine Hierländer und zog mit einer Reihe von Beispielen die Armutsstatistik in Zweifel. Die Armutsgefährdung habe sich nur erhöht, weil nicht alle, etwa Bezieher von Notstandshilfe, von der Indexanpassung profitierten, schreibt sie. "Die Statistik sagt wenig aus, wie viel Menschen tatsächlich in Not leben." Die Zahl der wirklich Armen sei zuletzt sogar gesunken, hält sie fest. "Trotzdem dominieren in der Debatte Krisenstimmung und Alarmismus." Zweifel an der Statistik hegt auch die Agenda Austria. Auf Twitter ätzte man: "Wer Armut über 60 Prozent des Medianeinkommens definiert, hat eine Grenze eingebaut, die konstruktionsbedingt nie verschwindet."

Die Lage ist in der Tat kompliziert. Und es gilt wohl, was die Caritas-Direktorin sagt. "Armut ist mehr als eine einzige Zahl", meinte sie in einem Gastkommentar ebenfalls in der Presse. Dies nicht zuletzt deswegen, weil einige Themen in der Diskussion zu kurz kommen. Da ist zum einen die fehlende Zielgenauigkeit von Statistik und in der Folge von Maßnahmen. Viele geraten in die Armutsstatistik, obwohl sie gar nicht arm sind. Nicht zuletzt deswegen kommen aber die, die die Unterstützung am nötigsten bräuchten, immer wieder zum Handkuss. Denn wegen dieser fehlenden Zielgenauigkeit fehlt genau für sie oft Geld. Und wohl auch, weil sie keine Lobby haben, auch nicht die, die, siehe oben, damit immer auf Stimmenfang gehen.

Zu wenig beleuchtet ist auch, warum jemand in die Armut abrutscht. Da werden allenfalls Krankheit, Scheidung, Arbeitslosigkeit genannt. Kaum die Rede ist hingegen von denen, die oft leichtsinnig und nicht selten mit Anlauf und im Vertrauen darauf, dass ja dann immer noch der Staat da ist, in die Armut rutschen.

Das ist kein unbeträchtlicher Teil. Aber man weiß wenig darüber. Etwa von denen, die gerne auf großem Fuß leben, ihr weniges Geld in große Autos stecken, die beim Urlaub nicht sparen wollen und nicht bei der Kleidung und sonst auch nirgends. Selbstverantwortung ist ihnen ein Fremdwort. Nicht selten sind es die, die am lautesten Forderungen stellen.

Auf der anderen Seite stehen die, die tatsächlich sparen und auf vieles verzichten müssen, die aber bedacht mit ihrem Leben zurechtzukommen versuchen. Sie sind meistens ruhig. Zu ruhig oft, um wahrgenommen zu werden. Nicht zuletzt deshalb werden sie oft alleine gelassen.

Das Verursacherprinzip ist da keine Kategorie. Beide Gruppen werden vom Sozialsystem gleich behandelt. Zu verstehen ist das, wie vieles andere in diesem Umfeld, nicht. Aber nachdenken darüber sollten alle, die sich da jetzt rund um die Armutszahlen echauffieren. Auf beiden Seiten. Und erst recht in der Politik.

Meine Meinung - Raiffeisenzeitung, 13. Mai 2026

Donnerstag, 7. Mai 2026

Folklore der Selbstüberschätzung

Die gesetzliche Gleichstellung der Frauen ist heute eine Selbstverständlichkeit. Die Ächtung von Antisemitismus auch. Und auch die Rechte von Minderheiten sind in Gesetzen festgeschrieben. Selbst die von Geflüchteten. Gar nicht zu reden vom Schutz der Umwelt und des Klimas, von Nachhaltigkeitsvorschriften, die Unternehmen abverlangt werden, und vieles andere mehr auch. Politisch wurde lange gekämpft darum, die Wogen gingen zuweilen hoch. Und dennoch, vieles von dem, was da so richtig und wichtig war und dessen Ziele zumeist unstrittig waren, ist nie bei allen Menschen angekommen. Mehr noch. Oft hat es sich geradezu ins Gegenteil verkehrt. Erschreckend ist oft, wie wenig diese Themen akzeptiert und gelebt werden. Die Gleichbehandlung von Frauen ist nicht nur in der Berufswelt, sondern auch und vor allem im Privaten so ein Thema. Auch der regelrecht explodierende Antisemitismus, die immer öfter ungezügelte Fremdenfeindlichkeit und der zuweilen zu beobachtende regelrechte Hass auf Umweltvorschriften. Es ist wie ein Flächenbrand -sogar die Menschenrechtskonvention ist nicht mehr unantastbar und wird inzwischen in Misskredit gezogen.

Wie konnte es dazu kommen, ist zu fragen? Was hat man falsch gemacht? Was wurde übersehen? Das hat wohl viel damit zu tun, dass man zu wenig darauf geachtet hat, möglichst alle Menschen ins Boot zu holen. Anstatt sie ernst zu nehmen, hat man sie nur geringgeschätzt. Man hat ihnen nicht zugehört und sie schnell weltanschaulich und politisch punziert und damit stigmatisiert. Viel zu oft wollte man nicht erkennen, dass sich viele Menschen angegriffen und abgewertet fühlen. Viele fühlen sich überfordert, viele können vieles nicht nachvollziehen, was da verlangt wird.

Aber anstatt sich ernsthaft der Anforderungen dieser Menschen anzunehmen und tatsächlich Fortschritte zu erreichen, ruft man lieber zum tausendsten Mal zu einer Demo auf oder zu einer Lichterkette, wo man die eigenen Ansichten und Vorgaben einer Monstranz gleich vor sich herträgt. Mit den immergleichen Argumenten, mit den immergleichen Methoden und ohne jeden Zweifel darüber, ob man nicht doch etwas falsch macht respektive ohne sich zu fragen, ob man etwas besser und anders hätte machen können, um die eigenen Ziele, die Menschen, die man überzeugen will, zu erreichen. Es ist längst Folklore geworden, was einst als Beginn einer Veränderung gedacht war -Märsche und Demonstrationen der Selbstzufriedenheit, bei denen man nicht erkennen will, dass sie der Sache kaum mehr dienen, sondern nur zusätzliche Widerstände erzeugen.

Und es ist wohl auch von der Verantwortung derer zu reden, die in der öffentlichen Diskussion gerne Gewicht und Bedeutung für sich in Anspruch nehmen und die davon überzeugt sind, zu wissen, was richtig ist. Solche Leute sitzen in politischen Zirkeln, in NGOs, in Medien und sie sind mit ihrem Hintergrund in der Position, die öffentliche Diskussion beeinflussen und nicht selten auch dominieren zu können, ohne auf irgendwen Rücksicht nehmen zu müssen. Sie wissen immer, was zu tun ist, und verschaffen zuweilen Randthemen ein übergebührliches Gewicht. Man kennt es. Gendern ist so ein Thema, LBGTQ wohl auch und manches andere mehr. Man ist nicht zimperlich dabei und teilt die Menschen schnell in Gute und in Schlechte. Dabei sei die Wichtigkeit solcher Themen gar nicht bestritten, aber es geht um die Gewichtung, die man ihnen gibt, und die für Irritation, Verärgerung und oft gar Hass sorgt.

Das hat Folgen. Und es schadet der Sache. Denn längst hat man bei vielen, auch großen Themen genau das Gegenteil erreicht. Längst hat sich die Politik all dieser Themen bemächtigt, die im Land in vielen Bereichen zu einer regelrechten Spaltung geführt haben. Die Gräben sind dabei, immer tiefer zu werden. Weil die einen eine Chance für ihre Interessen sehen und die Stimmung weiter anheizen. Und weil die anderen nicht erkennen wollen, dass sie nach anderen Wegen suchen müssen, wenn es ihnen wirklich ernst sein sollte, die Leute für ihre Anliegen zu gewinnen. Und das nicht nur bei LBGTQ und Gendern. Denn es geht um weitaus Weitreichenderes, das man mit dieser Haltung gefährdet, um die großen Themen, die eingangs genannt wurden -um die Gleichberechtigung von Frauen, um den Antisemitismus, um Umwelt und Klima und auch um die Menschenrechte.

Meine Meinung - Raiffeisenzeitung, 7. Mai 2026

Bauern sehnen sich nach Regen

Die Dürre trifft vor allem Grünlandbauern. Im Ackerbau ist es für Prognosen noch zu früh.

Hans Gmeiner 

Salzburg. Landauf, landab wischen sich derzeit die Bäuerinnen und Bauern auf ihren Mobiltelefonen auf der Suche nach Regen durch die Welt der Wetter-Apps. Viel mehr als die Ankündigung von regionalen Gewittern und Schauern mit geringen Regenmengen finden sie derzeit nicht. Größere Regenmengen prognostiziert österreichweit keine der Wetter-Apps. „Dabei bräuchten wir dringend ein paar Tage mit einem ordentlichen Landregen“, sagt Helmut Feitzlmayr, Pflanzenbau-Chef in der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. „Es zeichnen sich aber keine größeren Niederschläge ab.“ Auf den Wiesen steht das Gras nur kurz, bereits gemähte Grünlandflächen sind oft mehr braun als grün. Die Felder sind staubtrocken, die Saat geht da und dort nur zögerlich auf, in Getreidefeldern sind die Probleme an den Aufhellungen zu erkennen. Statt eines satten Grüns zeigen blasse Bestände, dass sie Wasser bräuchten.

Statt sattem Grün nur blasse Bestände

Die Monate März und April waren heuer nach Angaben von Geosphere Austria so trocken wie noch nie seit Messbeginn im Jahr 1898. Allein im April betrug das Niederschlagsdefizit in Österreich rund 70 Prozent. Auf einer Österreich-Karte, die die Niederschlagsdefizite von März und April zeigt, zieht sich die rote Fläche, die Regionen mit 60 bis 100 Prozent Defizit markiert, vom Wald- und Mühlviertel über das Innviertel bis hinein in den Salzburger Flachgau. Dunkelrot markiert sind auch Teile des Salzburger Pongaus, der gesamte Lungau, Osttirol, Kärnten und die südliche Steiermark. In Salzburg fehlten laut Geosphere Austria allein im April 72 Prozent der Niederschläge gegenüber dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020.

Bauern haben gelernt, mit Trockenphasen umzugehen

Die Bauern haben in den vergangenen Jahren gelernt, mit Trockenphasen umzugehen. Fruchtfolgen wurden umgestellt, Früchte wie Sommergerste verschwanden von den Feldern, während der Anbau von Soja und Mais ausgeweitet wurde. Zudem wurde die Bodenbearbeitung angepasst und neue Aussaatverfahren entwickelt, um das schnelle Austrocknen der Felder zumindest zu bremsen. Tierhalter mit Ackerflächen weichen auf Ganzpflanzensilage aus oder setzen beim Zwischenfruchtanbau bewusst auf Futterpflanzen.

Das freilich ist nicht überall möglich. Die größten Probleme mit der Trockenheit haben derzeit die reinen Grünlandbauern. Der erste Schnitt, der in diesen Wochen eingebracht wird, ist der wichtigste Teil der Grünlandernte. „Darauf entfällt normalerweise rund ein Drittel der Jahresernte“, sagt Michael Wöckinger von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Heuer sind die Wiesenbestände nur halb so hoch wie in Normaljahren. Wenn die Bauern die Hälfte ernten, müssen sie schon zufrieden sein. Für Panik sieht man allerdings dennoch keinen Grund. „Wir haben 2025 ein sehr gutes Jahr gehabt, viele Bauern können noch auf Futtervorräte von damals zurückgreifen“, sagt Wöckinger. „Es kommt sehr viel auf die Strategie der Betriebe an und darauf, wie sich das Wetter zum zweiten Schnitt hin entwickelt, der im Juni ansteht.“

Noch kein Grund zur Panik

Einen positiven Effekt könnte die derzeitige Situation freilich auf den Milchmarkt haben. Im Vorjahr wuchs die Milchproduktion nicht zuletzt auch wegen des hohen Futterangebots stark und sorgte wegen des Überangebots gegen Jahresende für einen starken Rückgang des Erzeugermilchpreises, von dem sich der Markt bisher nicht erholt hat. Dass es heuer weniger Futter gibt, könnte sich auf die Lieferungen dämpfend und stabilisierend auf den Markt auswirken.

Wind trocknet die Böden aus

Im Ackerbau ist die Lage angespannt, aber noch nicht verloren. „Für ernsthafte Prognosen über Auswirkungen auf die Ernte ist es jetzt noch zu früh“, sagt Feitzlmayr. Bei Wintergetreide sehe man aber schon seit Wochen, dass es vor allem auf Standorten mit leichten Böden Probleme gebe. Das werde sich sicherlich auch in schlechteren Ernteerträgen zeigen. „Aber auch auf den besseren Böden sehen wir jetzt seit Tagen zunehmend Auswirkungen.“ Zudem mache der ständige Wind, der das Austrocknen der Böden beschleunigt, zunehmend Probleme. Früh angebautes Wintergetreide sei noch etwas im Vorteil, weil es besser verwurzelt ist und die Bestände dichter seien. „Aber auch da muss in den nächsten Tagen Regen kommen, weil sonst haben wir auch auf den guten Standorten Probleme.“

Wenn die Saat tief genug in den noch feuchten Bodenhorizont ausgebracht und kein Fehler in der Bodenbearbeitung gemacht wurde, ist bei den Frühjahrssaaten Zuckerrüben, Mais und Sojabohne derzeit noch alles in Ordnung. „Diese Kulturen halten trockene Verhältnisse am längsten aus“, sagt Feitzlmayr.

Probleme sieht er nur beim Ölkürbis, der in diesen Tagen nicht nur in der Steiermark, sondern auch in Nieder- und in Oberösterreich gesät wird. „Den legt man jetzt in den trockenen Staub, dazu kommt, dass der Pflanzenschutz auch nicht wirkt.“

Salzburger Nachrichten - Wirtschaft, 7. Mai 2026 

 
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