Das Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) wartet mit einem Vorschlag auf, der gravierende Folgen für die Landwirtschaft und Konsumentinnen hätte. Um die vom Agrarsektor verursachten Kosten für Umweltschäden dort in die Preise einzubeziehen, wo sie anfallen, sollte die vorgelagerte Pflanzenschutz- und Düngemittelindustrie in den Handel mit Emissionszertifikaten einbezogen werden. Über die Verteuerung der Betriebsmittel würden die Produktionskosten für Bäuerinnen und Bauern steigen und am Ende auch Lebensmittel teurer werden.
Hintergrund der Überlegungen des Wifo ist, dass das jetzige System von Umweltprogrammen in Europa die negativen Klimafolgen des Ackerbaus und der Viehzucht nur unzureichend eindämmt. Wenn man Kostenwahrheit wolle, könne man nicht länger ignorieren, dass rund ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen auf die Landwirtschaft entfalle. Daher sollten die Erzeuger und Importeure von Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmitteln auf Basis von Zielen Emissionszertifikate erhalten. Die Bäuerinnen und Bauern würden durch höhere Preise angehalten, den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutz zu reduzieren.
Eine solche Systemänderung muss laut Wifo gut vorbereitet sein und könnte daher frühestens bei der übernächsten EU-Agrarreform umgesetzt werden. Zudem müsse es Maßnahmen zum Abfedern der höheren Kosten für die Bauernschaft und die Konsumenten geben.
Salzburger Nachrichten, 21. April 2026 - Seite 1

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